Leidenschaft Wandern

Leidenschaft Wandern: Sport für Körper und Seele

Bergwandern ist gesund, macht glücklich und stärkt das Selbstbewusstsein. Nicht ohne Grund ist dieser Outdoor-Sport angesagt wie nie zuvor! Ich verrate euch, warum sich ein Ausflug in die Natur in jedem Fall lohnt, was das Wandern mit Körper und Geist macht und wo ihr geeignete Touren für euch findet.

Cardio-Training mit Aussicht

Oft werde ich gefragt: „Ist Wandern nicht etwas für Rentner?“. Mal ganz abgesehen davon, dass ich diese Frage ethisch nicht korrekt finde, muss ich ganz klar sagen: Das ist ein Klischee! Es kommt natürlich auf die Länge und Schwierigkeit der Tour an, aber alleine für nur 500 Höhenmetern Aufstieg ist man je nach Laufgeschwindigkeit schon 1,5-2 Stunden unterwegs. Seid ihr schon mal 1,5 Stunden bei 15 % Steigung auf dem Laufband gestanden? Ja, da kommt man ganz schön ins Schwitzen! Wandern erfordert ganz klar Kondition. Also, nichts wie rauf auf den Berg und Aussicht genießen!

Outdoor Gym

Beim Wandern trainiert ihr nicht nur eure Ausdauer. Um Höhenmeter zu bewältigen, ist auch eine Menge Muskelkraft nötig. Beim Bergaufgehen ist vor allem eure Gesäßmuskulatur gefragt – ganz nach dem Motto „Je steiler, desto knackiger“. Geht ihr mit Wanderstöcken, wird zusätzlich die Armmuskulatur gestärkt und beim Abstieg kommt vor allem die Oberschenkelmuskulatur zum Einsatz. Na, habt ihr Lust auf einen Outdoor Legday?

Kalorien-Burner

Man braucht also ordentlich Power, um einen Berg hochzulaufen. Gefragt ist unser Herz- und Kreislaufsystem und Kraft in den Muskeln. Entsprechend verbrennen wir bei einer Wandertour einiges an Kalorien. Zusammen mit dem Institut für Prävention und Nachsorge (IPN) hat FIT FOR FUN eine Studie durchgeführt, um die Werte des Energieverbrauchs beim Wandern zu ermitteln. Das Ergebnis: bei einer 3-stündigen Tour können bis zu 1700 Kalorien verbrannt werden. Das ist so viel wie beim Joggen. Allerdings variieren die Werte stark je nach Schwierigkeit der Tour (z.B. flacher versus steiler Anstieg), Umfang des Gepäcks, Geschlecht, Gewicht, Größe und Alters des Bergsteigers. Eine Tabelle mit verschiedenen Tourenbeispielen findet ihr auf FIT FOR FUN.

Das beste Mittel gegen Heißhunger

Gelüste nach Schokolade, Gummibärchen und Chips adé! Die Wissenschaftler Dr. Arnulf Hartl von der Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg, Dr. Martin Kopp und Martin Niedermeier, jeweils vom Institut für Sportwissenschaft an der Universität Innsbruck, konnten in ihrer 3-jährigen Studie beweisen, dass sich Bewegung positiv auf die Stimmung und somit auf unser Gesundheitsverhalten auswirkt. Wer sich sportlich betätigt, hat weniger Heißhunger – das konnte wissenschaftlich belegt werden. Wandern hat also positive Auswirkungen auf unsere Essgewohnheiten!

Gesunde Stimmungsaufheller

Was auf den ersten Blick etwas abgedroschen kling, ist wissenschaftlich längst bewiesen: Wandern macht glücklich! Das Salzburger Uniklinikum hat in einer Studie herausgefunden, dass der Bergsport gegen Depressionen wirkt. Die Untersuchungen belegen, dass ein Zusammenhang zwischen Wandern und der Reduktion von Hoffnungslosigkeit besteht. Die Teilnehmer der Studie haben nach ihrer 9-wöchigen Wanderphase angegeben, dass sie mehr Selbstvertrauen entwickelt und weniger Stress empfunden haben. Unabhängig von dieser Studie ist allbekannt, dass Sport in der Natur die Glückshormone Serotonin, Noradrenalin und Endorphine ausschüttet. Es gibt wohl keine gesünderen Stimmungsaufheller!

Gedächtnissport

Konzentrationsprobleme im Büro oder Schwierigkeiten, sich Dinge zu merken? Noch ein Grund, warum man unter die Wanderer gehen sollte. Der Bergsport soll nämlich die Konzentrationsfähigkeit erhöhen, so die Ergebnisse einer Studie der Universität in Pittsburgh. Probanden, die direkt nach dem Wandern einen Konzentrationstest gemacht haben, waren darin deutlich besser als diejenigen, die nur durch die Stadt gebummelt sind oder auf der Couch relaxed haben. Zudem hat die Studie ergeben, dass regelmäßiges Wandern das Risiko von altersbedingtem Gedächtnisverlust um 50% reduziert.

Bergphilosophie

„Gehen, sich bewegen, auf einen Berg steigen und wieder absteigen – das ist eine Parallele zum Leben. So gesehen hat der Berg große Symbolkraft und Bedeutung“, so ein Zitat von Peter Habeler (*1942), Österreichischer Extrembergsteiger und Erstbesteiger des Mount Everest ohne künstlichen Sauerstoff. Was meint er damit? Dass man bei einer Bergtour so einiges fürs Leben lernen kann. Zum Beispiel, Selbstvertrauen zu entwickeln und an seine Grenzen zu gehen – auch wenn man denk „Das schaffe ich nicht“. Zu lernen, wie wichtig es ist, sich Ziele zu setzen – es ist so erfüllend, wenn man den Gipfel erreicht hat und plötzlich alle Mühen und Schmerzen vergessen sind. Ebenso aber zu verstehen, dass man einige Situationen nur bedingt in der Hand hat – was ist, wenn in den Bergen plötzlich ein Gewitter aufzieht? Da sollte man ohne Bedauern und schlechtes Gewissen umdrehen können (weil die eigene Sicherheit am Berg immer Vorrang hat!). Ich kann euch nur aus eigener Erfahrung sagen, dass ich beim Bergsteigen schon das ein oder andere „Aha“-Erlebnis hatte und eine wichtige Erkenntnis mit nach Hause genommen habe. Für mich wirkt sich das Bergsteigen nachhaltig auf die Art und Weise aus, wie ich Dinge sehe und wie ich mein Leben gestalte. Welche Symbolkraft das Wandern für euch persönlich hat, das müsst ihr selbst herausfinden!

Webseiten, auf denen ihr Touren ja nach Region, Länge und Schwierigkeitsgrad suchen könnt:

https://www.hoehenrausch.de/

https://www.outdooractive.com/de/

http://www.wandern-aktiv.de/

https://www.alpenvereinaktiv.com/de/touren

 

Quellen:

https://www.fitforfun.de/sport/outdoor/trendsport-wandern_aid_4845.html

https://www.bergwelten.com/a/bergsport-und-gesundheit-wandern-als-die-beste-medizin

https://www.juvalis.de/apotheke/die-glueckshormone-ankurbeln-serotonin-noradrenalin-endorphine/

https://www.bergwelten.com/a/berge-gegen-kummer-warum-wandern-gluecklich-macht